Nur gemeinsam sind wir stark

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Worauf Hamburgs Hundehalter*innen schon lange gehofft haben, ist endlich eingetroffen: Der Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) steht nach fast acht Jahren erneut Seite an Seite mit der Hunde-Lobby (HL), wenn es um art- und tierschutzgerechte Hundehaltung in der Elbmetropole geht.

Nach ersten Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern beider Vereine Anfang Oktober im Tierheim Süderstraße sind sich die 1. Vorsitzenden, Janet Bernhardt für den HTV und Jule Thumser für die HL, einig, dass es nicht länger sein kann, dass Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pittbull Terrier und Staffordshire Bullterrier sowie deren Mischlinge in Hamburg nicht einmal die Chance bekämen, ihre Harmlosigkeit unter Beweis zu stellen, um dann mit einem positiven Wesenstest wie jeder andere Hund auch behandelt zu werden. „Nur gemeinsam können wir uns erfolgreich für die so genannten Listis einsetzen“, betont Janet Bernhardt, „und das ist entscheidend“. Und Jule Thumser ergänzt: „Besonderes Augenmerk werden wir daher zunächst auf die Rücknahme der Unwiderlegbarkeit der Gefährlichkeit der Kategorie-I-Hunde legen“. Mittelfristig streben die beiden Vereine aber eine Regelung wie in den Nachbarländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an, in denen man ganz ohne Rasseliste auskommt.

Michael Wahlert (HL), Janet Bernhardt (HTV), Stefanie Bauche (HTV), Jule Thumser (HL) und Nick Martens (HTV) trafen sich zu ersten Gesprächen über Rasseliste und Hamburger Hundegesetz. Foto: Theresa Gessert

Derzeit (Stand 14.10.20) sitzen 43 Hunde, die nach aktueller Gesetzeslage als „unwiderlegbar gefährlich“ gelten sowie 12 Hunde, die aufgrund ihrer phänotypischen Merkmale vorläufig der Kategorie I zugeordnet worden sind, in den Zwingern des Tierheims. Sie haben – auch nach bestandenem Wesenstest – in Hamburg kaum eine Chance auf Vermittlung. Einige von ihnen haben in ihrem Leben noch nichts anderes als das Tierheim kennengelernt, andere sind Fundhunde, die scheinbar niemand vermisst und wieder andere wurden ihren Besitzern weggenommen, weil diese die Auflagen des Hamburger Hundegesetzes nicht erfüllen wollten oder konnten. Die wenigsten dieser Hunde sind tatsächlich auffällig geworden und bedürfen dringend der Hilfe aller am Tierschutz in der Hansestadt beteiligten Kräfte, um in absehbarer Zeit ein Einlenken der politisch Verantwortlichen zu erreichen.

 

 

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