Volkan – sechzehn Jahre ist es her

Volkan starb in der Schule Buddestr.

Foto: Christian Ehrhorn

Volkan wäre heute ein junger Mann, hätte vielleicht schon seine Ausbildung beendet oder wäre mitten im Studium. Doch heute vor 16 Jahren, am 26. Juni 2000, wurde der damals sechsjährige Junge auf dem Gelände der Schule in der Buddestraße in Hamburg-Wilhelmsburg von dem Staffordshire „Gipsy“ und dem Pitbull „Zeus“ so schwer attackiert, dass er wenig später seinen Verletzungen erlag. Als Polizisten die Hunde schließlich mit mehreren Schüssen stoppen, kommt für den kleinen Jungen schon jede Hilfe zu spät.

Der Halter von Zeus, Ibrahim K., wurde im Januar 2001 wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und im November 2002 in die Türkei abgeschoben. Seine Freundin und Halterin von Gipsy, Silja W., bekam ein Jahr Jugendstrafe auf Bewährung.

Keiner erkannte die drohende Gefahr

In Hamburg sorgte das Unglück für einen anhaltenden Medien-Hype, der dazu führte, dass die Hansestadt zunächst ihre Hundeverordnung verschärfte. Und plötzlich herrschte in der Hamburger Bürgerschaft im Kampf gegen so genannte „Kampfhunde“ seltene Einigkeit unter den Parteien, so dass am 1. April 2006 das wohl schärfste Hundegesetz der Republik in Kraft treten konnte.

Rückläufige Zahlen bei Beißvorfällen sieht die Politik bis heute als Bestätigung für ein in weiten Zügen tierschutzwidriges Gesetz, dabei könnte Volkan wohl noch leben, wenn die Behörden die damals gültige Hundeverordnung gewissenhaft umgesetzt hätten. Ibrahim K. und die beiden Hunde waren längst aktenkundig, doch die Behörden schauten tatenlos zu, wie der damals 23-jährige Türke seinen Rüden Zeus auf Spielplätzen scharf machte. Vom zuständigen Gartenbauamt wurden sogar regelmäßig zerbissene Schaukelbretter ausgetauscht, ohne dass auch nur ein Behördenvertreter, die drohende Gefahr erkannt hätte.

Nicht nur der Tod eines unschuldigen Jungen ist zu beklagen

Es mangelte also damals nicht etwa an Verordnungen, um verantwortungslose Hundehalter zu stoppen, die geltenden Vorschriften wurden schlicht und einfach nicht umgesetzt, was letztendlich den tragischen Tod des kleinen Jungen zur Folge hatte.

Doch nicht nur der Tod eines unschuldigen kleinen Jungen ist zu beklagen, auch

  • die Hunde, die in den Jahren danach beschlagnahmt und auf amtliche Anordnung getötet wurden
  • die Menschen, die durch den Aktionismus der Politik ihren vierbeinigen Freund verloren haben
  • und all die unschuldigen Pitbulls und Staffs, die trotz bestandenem Wesenstest ohne Chance auf eine Vermittlung im Hamburger Tierschutzverein einsitzen.

Damit das klar ist: Hunde gehören nicht in die Hände von verantwortungslosen Menschen und jede Bissverletzung ist eine Bissverletzung zu viel. Aber ein Hundegesetz, das auf Rasselisten setzt und nicht auf sachkundige Hundehalter, macht sich mitverantwortlich für das nächste Unglück, wenn ein unfähiger, verantwortungsloser oder durchgeknallter Menschen einen Hund als Beißmaschinen missbraucht.

Das „Protokoll eines vorhersehbaren Todes“ ist noch immer eindrucksvoll auf der   nachzulesen.

4 Kommentare

  1. Pingback:Was haben wir Euch eigentlich getan? - Hunde-Lobby

  2. Albert Müller222

    Man sollte sich nicht täuschen lassen, nichts wird sich ändern bezüglich der gesetzgebenden Institutionen! Diese, so genannten Kampf-Hunde haben in der Tat eine sehr wichtige Aufgabe für die Presse sowie für einige Trittbrettfahrerenden, unfähigen Politikern. Das von der Presse aufgebaute Image der „Listen-Hunde“, wird von Politikern gerne als Problemablenkung, von nie gelösten innerstaatlichen Schwierigkeiten ausgenutzt wie zum Beispiel: Gesundheitswesen, Renten, Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit, Steuergerechtigkeit, Bildungsproblematik usw.
    Mit der permanent, fortlaufenden Aufklärung, sollte jeder, mit einem halben Gehirn verstehen, dass diese Hunde nicht das Problem darstellen. Das Problem, sind einige unfähige Hundehalter!
    Auch sollte man nicht vergessen, dass die „Listen Hunde“ zu den größten Steuerzahlern der Hundewelt gerechnet werden müssen. Was deutsche Behörden mit großer Sicherheit nie tun werden, ist, eine einmal gestartet Steuererhöhungen zurückzunehmen!

    Etwas zum Überdenken!
    Wenn ein Autofahrer, jemanden mit seinem Auto verletzt, berichtet die Presse von einer Person (Name, Alter, Beruf, Nationalität), die einer anderen Person Schaden zugefügt hat – keiner kommt auf die Idee der Automarke einen Anteil an diesen Unfall zuzuschreiben. Wenn ein sogenannter Kampfhund einen Menschen verletzt, berichtet die Presse von der „Bestie“, die einen Menschen angefallen und verletzt hat. Der Besitzer des Hundes ist bedeutungslos (wird einfach aus dem Verantwortungsbereich ausgeklammert) und wird mit keinem Wort erwähnt!

  3. Markus Dembinsky

    Es sollte einen Hundführerschein ins Leben gerufen werden egal ob jung alt groß oder klein.
    Die Hunde sollen ausbaden was Sesselfurzer nicht hinbekommen weil keiner von ihnen ein Arsch in der Hose hat.
    Werde immer diesen Hunden alles geben sie begleiten sie Lieben den sie machen keinen Unterschied was oder wer ich bin ….
    Gerichte sollen Recht sprechen aber das gibt es hir nicht …der Grundsatz alle sind gleich …….da könnte ich einfach nur Kotzen diese verdammten Heuchler……

  4. Genau so ist es …

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